Unser Permakulturgarten in der Hitze des Sommers. Ohne wirkliche Wasserversorgung muss man hier einfallsreich sein. Zwiebeln, Knoblauch, Kartoffeln und Roggen stehen dank cleverer Bodenbearbeitung gut.

Und so scheint es doch so, als erleben wir einen weiteren Sommer in Hitze und Trockenheit. In unseren Breiten hat es in den letzten Wochen wenig bis kaum, wenn dann heftig, geregnet. Entsprechend finden wir unseren Garten einem Déjà-vu gleich in ähnlichem Zustand wie im letzten Jahr vor. Allein unsere Erwartung wehrt die depressive Haltung dem gegenüber ab. Das große Gemüsebeet unten am Hof vor der Garage steht stolz und trotzt dank regelmäßiger Bewässerung aus unserem Brunnen den Witterungen. Ein Rückblick über die vergangene Jahreshälfte bietet sich an.

Regelmäßige Erkundungen der Umgebung mit Hund und Kindern gehören zum Alltagsprogramm. Die Natur mit allen Sinnen zu erleben und ihren Wandel und ihre Veränderung zu spüren lassen uns klarer sehen.

Zeiten der Trockenheit: Sie geben uns Zeit uns und unser Leben zu hinterfragen. Wenn Ressourcen knapp werden, wird umgeschichtet und neu kalibriert. Nachdem wir in den letzten drei Jahren verschiedene Dinge ausprobiert und differenziert haben, ist es nun Zeit zu integrieren – unsere Abläufe an das anzupassen, was möglich und ethisch vertretbar ist. Selbstversorgung setzt nicht da an, den Überfluss des Zeitgeistes durch eigene Anstrengungen nachzubauen, sondern allzeit zu hinterfragen und vermeintliche Notwendigkeiten zu reflektieren. Braucht es das Eine oder das Andere und warum? Oder braucht es das nicht, nicht mehr? Mit der steigenden Schwierigkeit des Beschaffens von Raufutter in Form von Heu für unsere Wiederkäuer und der dadurch steigenden finanziellen Belastung fiel die Entscheidung uns von der Ziegenhaltung zu verabschieden. Ein logisch-konsequenter Schritt auch deswegen, weil wir unseren Konsum von tierischen Lebensmitteln nach und nach weiter eingeschränkt haben. Wer jedes zu essende Huhn erst schlachten, rupfen und zerlegen muss, überlegt es sich, ob nicht vielleicht ein Gemüseauflauf grad die bessere Option ist. Und damit sind wir in der Gedankenwelt angekommen, die das Leben hier vor 100 Jahren bestimmt hat, als Fleisch eben keine Alltagsware war. Was für eine Erfahrung! Wir meinen, Dinge zu brauchen, verschätzen Ihren Wert (Fleisch muss billig sein) und lassen uns durch den Kompromiss zersprengen und uns von uns selbst entfremden. Wir brauchen ohne zu gebrauchen und es fällt uns so unglaublich schwer dieses Paradigma wieder zu drehen und nur das zu brauchen, was auch gebraucht wird. Wider die Versuchung. Diese Erfahrungen als solche zu werten und nicht als Misserfolg oder Scheitern von Ideen ist immer eine Chance. Lebenshungrig all das zu kosten und Mitgefühl für die, die nichts mehr probieren wollen.

Der See wartet mit unglaublicher Schönheit darauf erobert zu werden. Im Sommer ist er gleichzeitig eine willkommene Abkühlung.

So sind wir wieder ein Stück weiter gekommen in diesem Jahr und das Ende des vor uns liegenden Weges ist noch lang nicht in Sicht. Unser Blick streift gerade. Der Geiseltalsee lockt uns zum Schwimmen und Segeln. Eine langjährige Freundin baut sich ein neues Leben in Halle auf. Unser geistliches Leben hat in der Adventgemeinde in Halle ein Zuhause und eine Familie gefunden. Über den Permakulturverein planen wir aus der der Starre der Gesellschaft heraus Dinge für unsere Region, für uns und die willigen Mitstreiter jenseits aller Ideologie über Zeiten der Trockenheit hinaus. Machen uns frei von Bewertungen, stoßen zum Kern.


0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.