Wir sind mittendrin in der Michaeliszeit. Licht und Schatten stehen im Kampf. Die Erde atmet aus, die Tage werden nun spürbar kürzer, nächste Woche werden die Uhren umgestellt. Bevor wir in der Adventszeit die nötige Ruhe einziehen lassen werden die letzten Aufgaben in Angriff genommen.

Unser Jahreszeitentisch ist reich gedeckt. Alles was die Kinder untwegs finden landet hier: Eicheln, Kastanien, bunte Blätter.


Unsere Beete sind mit einer Mulchschicht abgedeckt und die Zwiebeln sind gesteckt. Zeit, sich über geplante Neuanpflanzungen Gedanken zu machen. Bis zum ersten Bodenfrost kann man Gehölze nun problemlos setzen. Sie haben bis zu Frühjahr Zeit Wurzeln zu schlagen um dann kräftig auszutreiben. Eine liebe Kollegin vermittelte uns 100 wurzelnackte Ligustertriebe. Jetzt gesetzt sorgen sie im nächsten Jahr für Struktur, Bienenfutter und vielleicht nisten ja in den kommenden Jahren auch ein paar Vögel darin.

Gemeinsam macht es mehr Spaß. Es gibt keine Abfälle. Unser Haseltor ist ein Blickfang.


Nun ist auch ein guter Moment Büsche und Bäume zu verschneiden. Aus Haselruten können wir ein Gartentor flechten, die Reste werden zu einer Benjeshecke verarbeitet. Auch der Apothekergarten ist fast fertig. Die Wege sind gestaltet und die Beetumrandungen gesetzt. Nun fehlt noch ein bisschen Substrat und im Frühjahr kommen dann die Pflanzen dazu. Dann können wir Kräuterführungen und hauseigene Tees anbieten. Wir sammeln schon fleißig Ideen.

Der Apothekergarten. Noch Erde in die Beete und dann kann es im nächsten Jahr losgehen.


Die letzten langen Halme auf unserer Wiese fallen der Sense zum Opfer. Allerorten finden wir Tagpfauenaugen, die sich zum Überwintern unter die Schuppendecke oder den Stall zurückgezogen haben. Das Gras wächst nur noch langsam nach. In der feuchten Witterung säen wir kahle Stellen nach, damit unsere Tiere auch in der kommenden Saison abwechslungsreiches Futter vor der Nase haben.

Unter den wachen Augen der Kleinen beziehen die Schafe ihren Stall.


Auch die Tiere werden eingewintert. Seit heute morgen sind unsere Schafe im warmen Stall. Auf dem Weg haben wir gleich die Klauen verschnitten. Jetzt schlagen sie sich erstmal den Bauch mit Heu voll, gab die Weide doch zum Ende hin nicht mehr viel her. Der Weg zu ihnen ist nun viel kürzer, Zeit und Kraft kann man im Winter nicht genug sparen. Ihre Wolle ist seit dem Sommer schon wieder deutlich gewachsen, sie sehen richtig gemütlich aus.

Benno, Agnes und ein glücklicher Mensch.


Letzte Woche kam nun auch endlich die gewaschene und kardierte Wolle der letzten Schur. Bennos Pelz ist strahlend weiß und sehr fein geworden. Auch Agnes‘ Flaum macht etwas her. Das Spinnrad ist einsatzbereit und wartet auf Kaminabende. Noch ist das Garn stellenweise etwas unregelmäßig, aber Übung macht den Meister. Für eine Puppenmütze hat es bereits gereicht. Auch die Kleinsten wollen nicht vergessen sein.

Der erste Versuch. Es hat sich gelohnt in ein gutes Spinnrad zu investieren.


Euch eine gute Zeit!

Christian vom Grünlinger Hof


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