Wo ein Kräutergarten ist, da ist Seele. 

Kräuter aktivieren unsere Sinne dabei in mehrfacher Hinsicht. Anblick und Duft sind augenscheinlich. Danach folgt der Geschmack. In der Wirkung auf unseren Körper entfalten Kräuter ihre wirkliche Kraft.

Der Eingang in den Kräutergarten

Über lange Jahre galt der Zeitgeist, die Dinge, die uns umgeben möglichst effizient, praktisch, greifbar und unkompliziert zu gestalten. Die Kulmination dessen nennt sich „convenience“. Diese Bequemlichkeit führt allzu oft aber zu einem Abstumpfen – emotional und sensorisch. Dass die Dinge ihre Zeit brauchen und durch diese Geduld erst an Fülle gewinnen hat damit immer weniger wert. Und nun wird das, was vormals Alltag war zum entdeckungswürdigen Besonderen. Der Geschmack einer langsam und unter Sonne gereiften Tomate wird zur Erfahrung. In ihr erkennen wir die eigene Entfremdung von der Sinnlichkeit, die uns mit dieser Welt geschenkt wurde. Leider gilt dies nicht nur für unsere Ernährung, sondern auch und vor allem für unsere grundsätzliche Beziehung zu unserer Umwelt. So leer wie diese künstlichen Nahrungsmittel ist häufig auch diese.

Vielfalt statt Einfalt

Gleichwohl wächst nun unter den Menschen die diese Leere spüren der Wunsch sie sinnvoll zu füllen, sich wieder Zeit zu nehmen und den Dingen Zeit zu lassen. Wie viele dieser gesellschaftlichen Trends geht dies, unserer Erfahrung nach, von den verstädtert, bildungsbürgerlichen Milieus aus. Beobachtet man die Zunahme an Literatur, die sich mit Themen wie Urban Gardening oder Selbstversorgung befassen oder die rasant zunehmende Menge an Bildungsangeboten, kann man schnell erkennen, dass hier eine Welle auf uns zurollt. Wir sind gespannt, wie die ländliche Brandung diese empfängt. Auf dem Land glaubte man sich lange in der Verfassung über diese gesellschaftlichen Zweifel erhaben zu sein. Schließlich wurde hier seit jeher selbstversorgerisch gelebt und Wissen diesbezüglich tradiert. Doch auch hier ist ein merklicher Wandel spürbar. Längst nicht jeder Haushalt verfügt über eigene Nutztierbestände mehr, noch wird auf jedem Grundstück Gemüse angebaut. Convenience, Mangel an Zeit und Interesse sowie die glückliche Verfassung nicht darauf angewiesen zu sein lassen auch hier Wissen und Traditionen verschwinden.

Wieder Geschmack erfahren: Ausgezüchtete Bitterstoffe werden heute oft als fremd wahrgenommen. Heute weiß man: genau dort lauern die gesunden Inhaltsstoffe, die unseren Lebensmitteln verloren gegangen sind. Das bekannteste Beispiel ist die verwässerte Tomate. Die Allverfügbarkeit von Nährstoffen, Wasser und prozessgesteuerter Temperaturregelung lassen gleichwohl Pflanzen wie Menschen inhaltlich abbauen. Welch ein Glück, wenn man beidem etwas entgegensetzen kann.

Unser Kräutergarten weist Jahr für Jahr eine größere Vielfalt auf. Wir sammeln Pflanzen und Saatgut um immer wieder neue, kreative Formen der Verwendung zu testen, brauen Essenzen und Tinkturen, ersetzen bald den schnellen Griff zur Apothekenware wieder mit Jahrhunderte alten Hausmitteln. Auch als Beigabe zu Salaten, Zugabe ins Trinkwasser oder schnelles Auflegen bei kleineren Verletzungen eignet sich unsere Hausapotheke. Was kann man essen, was hilft wobei, wie heißt dieses eine Kraut, das hier überall wächst. Die investierte Zeit zahlt sich vielfach und über Jahre aus. Das daraus gewonnene Wissen und das neue Verhältnis zu Körper und Umwelt amortisiert sich schnell. Jahr für Jahr wächst nicht nur unser Garten, sondern auch unsere Beziehung zu uns selbst und der Welt die uns umgibt.

Vielleicht steht auch Ihr vor der Entscheidung Eure Zeitinvestment zu evaluieren und neu zu überlegen, was Ihr im Garten oder ums Haus anfangen könnt um zu einem zufriedeneren, gesunderen und inhaltsreichen Leben zu finden. Gern überlegen wir gemeinsam mit Euch, was Euch helfen kann. Wir laden Euch zu einem Wochenende auf unserem Hof ein. Gemeinsam gehen wir Euren Werten in drei Übungen auf die Spur, und versuchen zusammen Euer Leben wieder mit Inhaltstoffen zu füllen, die euch wieder Geschmack verleihen. Schreibt uns: hof@gruenlinger.de


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