Mit den Lindenblüten kommt die letzte große Trachtpflanze im Bienenjahr. Der Dorfplatz am Schulberg in Oechlitz ist in angenehmes Aroma gehüllt. Die Sonne lugt zwischen den Wolken hervor und von Ferne tönt das Krähen eines Hahns. Vielleicht liegt es an der Alternativlosigkeit, dass es sich auf dem Land gut auf das Wesentliche konzentrieren lässt. Nachdem es uns eine ganze Weile gesundheitlich niedergestreckt hat, finden wir wieder langsam zu alter Kraft. Das Netzwerk in der neuen Heimat spinnt sich munter weiter, helfende Hände werden uns entgegengestreckt. Quid pro quo – seit alters her gelebter Brauch.

Lindenblüten – für die Bienen ein einträgliches Geschäft.

Die Linden selbst sind Generationen alt. „Mein Großvater sagte, als er klein war, waren die Bäume schon riesig.“, erzählte uns ein älterer Dorfbewohner. Und so „honigen“ sie wohl auch schon mindestens genau so lange jeden Sommer zuverlässig. Auf den Sommerhonig freuen wir uns besonders. Anders als wir, hatten die Bienen keine Sorgen um Arbeit, Studium, Schwangerschaft und Schulbeginn. Sie flogen stur und fleißig tagein tagaus ihre Wege und brachten den Nektar in den Stock.

Ein Schachbrettfalter auf einer Distel – „Unkraut“ ist Lebensraum

Der Garten gleicht einem Schmetterlingsparadies. Die wilden Ecken zahlen sich aus und bergen manch Nahrungsangebot für unsere geflügelten Mitbewohner. Beim Naturgartenseminar am Wochenende staunten die Teilnehmer hierüber besonders: Vielfalt der Farben, Gerüche und des Lebens.