Sorge für die Menschen

„Auch dieses Prinzip hat mehrere Facetten. Zunächst erkennt es an, dass wir selbst gesund und genährt sein müssen, um zum großen Ganzen beitragen zu können. Weiterhin fordert es dazu auf, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Menschen zu Selbständigkeit und Eigenständigkeit heranreifen können. Dieses Prinzip stellt die Frage, welche Bedürfnisse wir Menschen haben und welche Wege es gibt, auf eine solidarische und respektvolle Weise für diese Bedürfnisse zu sorgen. Dabei erkennt es an, dass wir Menschen soziale Wesen sind und neben materiellen auch soziale Grundbedürfnisse haben, die in unserer Gestaltungsarbeit Berücksichtigung finden sollten.“

(Quelle: https://permakultur.de/was-ist-permakultur/#section-346)

Unsere Gesellschaft hat sich in den letzten Jahrhunderten sprunghaft in eine Richtung entwickelt. Dem naturwissenschaftlich-technischem Fortschritt folgend, ist an vielen Stellen das Menschsein per se in den Hintergrund gerückt. Eine Entfremdung von der eigenen Natürlichkeit ist der Preis, den viele Menschen dafür zahlen müssen. Mit den gestiegenen Ansprüchen der Menschen unserer Gesellschaft an das Leben (höher, schneller, weiter) steigt auch die Wahrscheinlichkeit diesen Ansprüchen eben nicht gerecht zu werden. Die Konsequenzen sind fehlende Bewältigungsstrategien für Krisensituationen, der Verlust eines natürlichen, instinkthaften Bauchgefühls, der Lockerung von intermenschlichen Beziehungen. Wollen wir unsere seelische und körperliche Gesundheit nun durch die gesellschaftlichen Prozesse erhalten, muss es uns gelingen Kräfte aufzubauen, die uns dabei unterstützen den aufkommenden Widrigkeiten zu trotzen. Viele Techniken sind in Vergessenheit geraten und bedürfen einer Neuentdeckung. Über Jahrhunderte haben sie uns geholfen selbstständig, aber auch natürlich gesund zu bleiben.

Der Medizinsoziologe Aaron Antonovsky entwickelte hierzu in den 1980er Jahren das Konzept der generalisierten Widerstandsressourcen. Sie basieren auf „der Grundhaltung des Individuums gegenüber der Welt und dem eigenen Leben. Von dieser Grundhaltung hängt es seinem Verständnis nach nämlich maßgeblich ab, wie gut Menschen in der Lage sind, vorhandene Ressourcen zum Erhalt ihrer Gesundheit und ihres Wohlbefindens zu nutzen.“

Mit unserer Arbeit wollen wir beides: Techniken und Grundhaltungen vermitteln. Hin zu einem natürlicheren Umgang miteinander, aber auch mit Problemen und herausfordernden Lebensphasen über die ganze Spanne menschlicher Existenz, vom ersten bis zum letzten Tag.