Begrenze Konsum und Wachstum, verteile Überschüsse
Wenn wir im Kontakt sind mit dem Werden und Vergehen im jahreszeitlichen Rhythmus der Natur, so ermöglicht uns dies einerseits eine Erfahrung von Fülle und andererseits die von Grenzen. Wir alle haben eine begrenzte Lebensspanne und leben auf einem begrenzten Raum, der Erde. Daran wird deutlich, dass unbegrenztes Wachstum unmöglich ist. Dieses Prinzip fordert uns auf, die Frage zu stellen, was genug ist. Es ermutigt uns, widerständig zu werden gegenüber den uns allen innewohnenden Gewohnheiten und Bequemlichkeiten des globalisierten Konsumismus. Stattdessen können wir andere Formen des Wirtschaftens gestalten und erproben. Darüberhinaus lädt dieser Leitsatz uns ein, aus der Erfahrung der Fülle heraus, Überschüsse an Mensch und Natur zu verteilen.

(Quelle: https://permakultur.de/was-ist-permakultur/#section-346)

Gerechtes Teilen in einer ungerechten Welt – ist das möglich?

Wenn wir nun die Menschen mit den notwendigen Kompetenzen ausgestattet und Systeme etabliert haben, die die Erde nicht ausnutzen, sondern die vorhandenen Ressourcen schonend verarbeiten, dann sind wir an dem Punkt, an dem nicht nur Wissen, sondern auch Güter gerecht verteilt werden müssen. Welches Vorrecht haben wir, als im sogenannten Westen geborene, auf Reichtum und Wohlstand? Wie zerbrechlich unser System ist, wenn es nicht auf stabile Werte fundiert zeigte zuletzt die Finanzkrise von 2009. Die Migrationsbewegungen des 21. Jahrhunderts sind nicht zuletzt auch Ausdruck einer ungleichen Verteilung von Wohlstand und Gütern. Unser Gewinn ist der Verlust eines Anderen. Selbstbegrenzung im Kleinen wie im Großen und die gerechte Verteilung kann einen Beitrag zu nachhaltigem Frieden leisten. Sie muss unser aller Auftrag sein, in einer globalisierten Welt auch über Grenzen hinweg.

Auch im Kleinen kann ein fairer Austausch gelingen. Gute Arbeit soll gut und gerecht bezahlt sein, was über die Deckung des persönlichen Bedarfs hinausgeht kann und soll geteilt werden. Einem guten Nachbarn gleich tauscht man Hand in Hand ohne die Absicht den Anderen über den Tisch zu ziehen. Auch deswegen werden unsere Überschüsse gemeinnützigen Zwecken zugeführt. Wir sind oft überrascht was von dort dann auf andere Art und Weise zurückkommt.