Dies ist der Jahresüberblick 2018. Vieles konnten wir realisieren. Die Zonierung im Garten steht im Groben. Das Kräuterbeet wurde bepflanzt, ein Teich gegraben. In der Ertragszone beginnen die Maßnahmen zur Humusbildung zu greifen. Im Sommer hielt uns die Dürre im Würgegriff, hier gilt es im nächsten Jahr durch kluge Planung vorzusorgen.

Hier geht es zurück ins Jahr 2017

Im Hortus ist es Winter geworden. Eine leichte Schneedecke bedeckt Wiese und Beete. Wir wollen in diesem Jahr ein paar mehr Tomaten- und Paprikapflanzen in die Erde setzen. Hierfür ist es nötig bereits zeitig im Jahr mit dem Aussäen zu beginnen.
Und so machen wir uns im Januar daran in unserem selbstgebauten Anzuchtgewächshaus die ersten Pflänzchen zu ziehen.
Gerade für die Kinder ist es spannend den Verlauf vom Samenkorn hin zur fruchttragenden Pflanze zu verfolgen. Geht es ans Pikieren sind sie also sogleich zur Stelle.
Die Natur kommt auch langsam vom Winterschlaf in Zeigestimmung. Die im Herbst gesteckten Frühblüherzwiebeln treiben nun, an schon vergessenen Orten, ihre pastellfarbenen Blüten in den Himmel.
Für die Kinder gibt es, zu deren großer Freude, ein Spielhaus mit Kletterwand und Schaukel. Hier spielen sie gern Piraten oder Kaufladen. Auch die Nachbarskinder werden oft zum Spielen eingeladen.
Christine versorgt uns mit Heilkräutern aus ihrem Garten. Eine Bestellung bei der Gärtnerei Strickler sorgt für einen weiteren Schwung junger Pflanzen. Wir bereiten noch einmal den Boden im Arzneikräuterbeet vor, bevor wir die Pflänzchen dort heimisch werden lassen.
Und schon beginnt die Obstblüte. Wir hoffen, dass dieses mal Spätfröste ausbleiben. Die Bienen freilich freuen sich über die Nektarschwemme. Schlag auf Schlag folgt Tracht auf Tracht. Schon macht sich die Sorge breit, dass die Natur ihr Feuer an einem Stück verballert und bald ohne Blüten ohne Nektar zugefüttert werden muss.
Ohne Beobachtung kann man getrost auf Konkurrenzkämpfe verzichten und die kleine Schwester mit Blumen erfreuen.
Dank eines lieben Patienten können wir uns unseren Garten einmal von oben betrachten.
Das Gras und die Wiese sind frisch und saftig, der Nussbaum im Westen ist noch unbelaubt. In der Ertragszone erkennt man im Norden die gemulchten Flächen, weiter östlich drückt sich Gras durch die Mulchdecke. Die Hügelchen für die Erdbeerchen und die beiden Gärten der Kinder sind unter dem Foliengewächshaus auszumachen.

Unsere Pflanzen ziehen nun nach draußen. Sie sind mächtig gewachsen. Zum Hof und Gartentag im Mai werden wir ein paar verkaufen und eintauschen. Der Rest wird im Garten gesetzt.
Fliederduft schwängert die Luft mit dem Aroma des Frühlings. Es ist jedes Jahr ein kleines Wunder.
Wir betrachten unser grünes Land und sind dankbar für das Geschaffte. Nicoles Babybauch wächst und wir schalten einen Gang zurück. Mit halber Kraft geht es nun dem Sommer entgegen.
Die Schafe sind jetzt wieder auf der Weide. Zeit den Stall auszumisten. Ihr Mist gemischt mit reichlich Stroh bietet ein optimales Verhältnis zwischen Kohlenstoff und Stickstoff und damit ein exzellentes Fundament für guten Humus. Die Energie des Schaffutters kehrt nun wieder in den Boden zurück aus dem sie kam. Ein in sich geschlossenes System: Permakultur.
Für die restlichen Bereiche organisieren wir uns Ausschussheu und Stroh. Hier wurde versehentlich Schilf mit eingerollt. Wiederum: Es gibt keine Abfälle. Was anfällt kann und wird weiterverarbeitet.
Verteilt auf den aufkommenden Beikräutern unterdrückt es deren Wachstum. Die sich zersetzende organische Materie füttert die Bodenlebewesen, die sie in Humus umsetzen.
Es wird Zeit für die erste Honigernte.
Faszinierend, was aus zwei Völkern an Honig zusammenkommt. Bedächtig schauen wir dem meditativen Fließen des gelben Golds zu. 120kg sollen es am Ende der Saison sein!
Nun blüht auch schon bald die Linde. Ihre Tracht bildet die letzte große Nektarquelle. Auf dem Oechlitzer Dorfplatz stehen ein paar prächtige Exemplare und warten auf die fleißigen Bestäuber. Gern belohnen sie sie mit gutem Nektar.
Gärtnerei Strickler und eine Dame aus der Nachbarschaft bescheren uns einen Pflanzensegen. Einem Schatz gleich tragen wir alles nach oben. Es fehlt nur ein bisschen Regen.
Der Hauswurz an der Steinpyramide blüht. Ein wahrer Augenschmaus sind die kleinen Blütensterne. Die Pflanzen avancierten zu einem echten Liebling.
So eine Leiter ist auch nach der Kirschernte praktisch für kleine Kletterhelden.
Besonders jetzt im Sommer scheinen sich Schmetterlinge aus allen Winkeln des Gartens auf unseren Blüten niederzulassen. Die Auswahl der Bepflanzung mit Hinblick auf deren Attraktivität für Insekten hat sich schon im ersten Jahr ausgezahlt. Wie wird es wohl erst in den kommenden Jahren werden?
Im Juli erblickt unser Jakob das Licht der Welt. Er und die trockene Witterung zwingen uns in eine willkommene Zwangspause.
Wie von einem anderen Stern sieht das einstmals grünen, nun staubgraue Paradies in diesem Sommer aus. So manche Anpflanzung überlebt den Mangel an Wasser aber vor allem die Übermacht der Hitze nicht. Zeitweise sehen wir von einem Gang in den Garten ab, macht es doch allzu depressiv ihn so zu sehen.
Ein Arbeitskollege liest unseren Zeitungsartikel und vermittelt uns eine seiner Wiesen als Heuquelle. Ab dem nächsten Jahr wollen wir dort versuchen Heu und Mulch zu gewinnen. Sie liegt inmitten einer kleinen Waldlichtung nur 10 Autominuten von unserem Hof entfernt. Leider waren keine Flächen in der Nähe zu haben.
Die Zeit der Walnussernte steht an. Alle machen mit, sogar die Oma sammelt die herbstlichen Schätze in den Korb.
Und dann fällt wie in jedem Jahr am Ende der Saison das Laub. Wir sammeln es wieder und lassen es in selbstgebauten Drahtkompostern aus Estrichmatten verrotten.
Nun noch schnell die Spätkartoffeln aus der Erde geholt. Es ist inzwischen schon Ende Oktober und die frostfreien Tage sind gezählt.
Wir legen einen Teil des gemulchten Bodens frei um Winterroggen einzubringen. Spannend, was wir unter der Mulchdecke finden und was nicht.
Zusammen mit WWOOFer Andreas gelingt es uns nun Vieles aufzuholen, was über den Sommer zu kurz kam.
Auch die Apfelbäume bekommen eine erste Durchsicht. Die Bäume sind in schlechter Verfassung und teilweise stark beschädigt. Dennoch sträuben wir uns sie einfach zu fällen. Wir wollen ihnen noch ein paar Jahre Zeit geben sich zu entwickeln, bevor wir uns nach Alternativen umsehen.
Andreas indes kämpft sich, einem Wikinger gleich, durch das Erdreich. Sein Ziel ist es uns unseren Teich fertig zu graben bevor er seine Wanderung durch Europa fortsetzt.
Wir sind beeindruckt wie fleißig und interessiert er ist. Für ihn hat sich der tiefere Sinn der Permakultur durch den Aufenthalt auf unserem Hof erschlossen. Wenn er seine Wanderung abgeschlossen hat und einen eigenen Hof gründet, will er es auch so versuchen.
Viele Abende sitzen wir zusammen und erzählen. Nach ein paar Regenschauern ist unsere Feuerstelle im Garten auch wieder sicher und wird feierlich eingeweiht. Das Jahr geht zu Ende. Wir freuen uns schon auf das kommende.