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Das Jahr 2017 beginnt mit einem vergleichsweise mildem Wetter. Späte Fröste sorgen im Frühjahr dafür, dass die Obsternte vergleichsweise gering ausfällt. Dafür sorgt das Gemüse für eine volle Speisekammer.

Im Winter stand der Baumschnitt an. Eine lange Zeit waren sie nun sich selbst überlassen. Nachdem wir uns fachmännischen Rat geholt haben gings an Schere und Säge. Auch, um das gleich vorweg zu nehmen, der Permakulturgarten ist ein Kulturgarten. Das bedeutet, dass auch hier unausweichlich menschliche Handgriffe nötig sind. Die werden aber sorgsam gewählt und mit Blick auf das große Ganze durchgeführt.

Auch als der Schnee fiel, war es hier malerisch verwunschen. Die Arbeit ruhte in dieser Periode. Zeit zum Genuss, zur beobachtenden Anteilnahme ist unabdingbar. Früh genug wird uns die Routine wiederhaben.

Gegen Ende des Winters befreiten wir die Wege vom Laub. Um unseren Garten herum stehen zum Glück zahlreiche Bäume. Deren Totholz bietet Unterschlupf für Insekten und Kleintiere. Das Laub wird im Winter auch zum Versteck für kleine Säuger, wie den Igel. Auf dem steilen Weg zum Garten ist es aber eine rutschige Angelegenheit. Laub bildet die Grundlage für gesunden Kompost und wird daher im Hortus gesammelt und zum Mulchen genutzt.

Wir legen ein kleines Mulchbeet an, in das wir später unseren Rhabarber pflanzten. Im ersten Jahr lassen wir ihn wachsen, ab dem zweiten Jahr dürfen wir ernten. Ein Genuss ist es daraus Kompott und Saft zu gewinnen.

Hier sieht man den Rhabarber stehen. Im Hintergrund ein Klassiker im Garten, die Forsythie. Sie ist von zweifelhaftem ökologischen Wert, da die Blüten weder Pollen noch Nektar bieten. Eine Kornellkirsche wäre eine bessere Alternative, bietet sie doch neben Nahrung für Insekten mit ihren Früchten auch noch Nahrung für uns. Da wir keinen Dogmatismus walten lassen wollen, genießen wir die Zweige im Frühjahr als dekorativen Blumenschmuck im Haus.

An der Südseite wurde mit viel Energie eine abwechslungsreiche Beetfläche angelegt. Hier war noch die Bodenfräse im Einsatz. Dass es eine leisere und schonendere Methode geben muss war uns klar. Erst ein Defekt der Fräse riss uns jedoch aus der Faulheit neu nachzudenken. Eine Rankhilfe aus den Ästen des Apfelbaumschnitts werden der aufkommenden Erbsensaat Stütze geben.

Auf der Rückseite des Schuppens pflanzten wir Küchenkräuter. Hier sollten sie bis zur Anlage des Arzneikräutergartens überdauern. Sie bildeten die Grundlage für einen sehr bekömmlichen Kräuterlikör nach dem Rezept der Mutter eines lieben Patienten. Natürlich durften sie auch die ein oder andere Speise verfeinern.

Die aussortierten Grassoden dienen den Kindern als Spielplatz. Jonah baut seine „Burg“, die später auch bepflanzt wird. Sie war quasi elternfreier Raum. Wie frustrierend ist es, wenn alle buddeln und wühlen und man selbst darf nur schaukeln. Im Sommer diente sie zwischenzeitlich auch als Matschgrube.

Es wird Frühling im Hortus, der Kirschbaum blüht. Die große Rasenfläche reizt geradezu hier tätig zu werden und sie in nutzbares Grün für Mensch und Tier zu wandeln. Wie wird alles im nächsten Jahr aussehen?

Die nächsten 30 Quadratmeter werden umgebrochen bzw. die Grassoden entfernt. Die Bereitung des Bodens bestimmt die ersten Jahre im Permakulturgarten. Der Aufbau einer qualitativen Humusschicht erfordert einen langen Atem. Fürs erste Jahr ist Entdichtung angesagt. Die Pflanzungen brechen mit ihren Wurzeln den harten Boden auf.

Kartoffeln sind zum Beispiel hervorragend um den Boden aufzulockern. Wir pflanzen zwei Sorten, eine festkochende und eine mehlige.

Neben den Ackerbohnen sollen die Kartoffelreihen liegen. Die Reste des Mulchs sind noch erkennbar. Hier wird Humus aufgebaut.

Auf der Nordseite des Gartens legen wir mit Wellpappe aus unseren Umzugskartons und frischem Grasmulch ein Pappbeet an. Das ist eine Alternative zum Umgraben zur Neuanlage eines Beetes. Die Pappe hält Sonnenlicht vom Boden fern, Beikräuter verschwinden. Mit der Zeit verschwindet auch die Pappe und nach einem Jahr ist nichts mehr von ihr zu sehen. Die Bodenlebewesen haben nicht nur sie, sondern auch den Mulch zersetzt. Will man hier etwas pflanzen, macht man sich ein kleines Loch in die Pappe und pflanzt dort hinein.

Das fertige Pappbeet nach dem Aufbringen von Grasschnitt und Kaninchenmist ist nun für die Pflanzung vorbereitet. Es ist auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kohlenstoff (Pflanzenmaterial) und Stickstoff (Mist) sowie auf eine luftige Schichtung zu achten.

Alle Neuanpflanzungen werden eingemulcht. Der Mulch verhindert das Austrocknen und liefert den Bodenlebewesen wertvolle Nahrung.

Die Ertragszone steht nun in zwei Bereichen bereit. Über den Sommer wird hier einiges wachsen. Eine grobe Struktur ist nun gegeben. In Mischkultur gepflanzt helfen sich die Pflanzen gegenseitig.

Es wird Zeit das Gras auf der Streuobstwiese zu schneiden. Im Juni ist die beste Zeit für den ersten Schnitt. Wir benutzen eine Sense, das macht die Arbeit gezielter. Das Mähen mit einem Rasenmäher vernichtet 95% der Insekten auf der Oberfläche. Die Sogwirkung der Messer macht vor nichts halt. Wir mähen in Staffelmahd. Dabei wird jeweils nur immer ein Teil der Wiese gemäht. So haben zum einen die Insekten Zeit umzusiedeln und man kann die Blütezeiten der einzelnen Pflanzen abstimmen, damit sie Zeit haben auszusamen.

Heuernte

Im Juli stellen wir zwei Ableger Honigbienen in unseren Hortus. Sie sollen nicht nur die umliegenden Obstbäume bestäuben, sondern auch unseren Speiseplan mit ihrem Honig erweitern. In diesem Jahr müssen sie wachsen und sich vermehren, bevor wir im kommenden Jahr den ersten Honig ernten können. Eine regelmäßige Durchsicht der Völker schult das Auge und hilft rechtzeitig auf Veränderungen im Volk zu reagieren. Der Bienenstaat ist ein sehr interessanter Organismus!Wir zäunen die Streuobstwiese ab. Aus alten Schwartenhölzern werden Zaunteile. Hier sollen bald unsere Schafe einziehen. Hier sind sie: Benno und Agnes. Die felligen Rasenmäher sollen uns Wolle, Fleisch und im besten Fall Milch liefern. Wir haben lange überlegt, ob es Schafe oder Ziegen werden sollen. Letztlich kann man es nur versuchen. Schön ist es nun hier oben zu sitzen und den beschaulichen Tieren beim Fressen zuzusehen. Wie schön sind die Sommertage hier oben. Kein Verkehrslärm, mitten im Grünen. Oft enden unsere Tage in einem spontanen Picknick. Ob man hier oben auch gut schlafen kann? Vielleicht finden wir das im nächsten Jahr einmal heraus. In jedem Fall wollen wir uns öffnen. Unsere Arbeit darf Nachahmer finden. Wir melden uns bei einer „Austauschorganisation“ fü Erwachsene an. WWOOF schickt uns nun regelmäßig junge Menschen zur Mitarbeit. Auch wollen wir im nächsten Jahr regelmäßig unser Hoftor öffnen und vielleicht den ein oder anderen Kurs anbieten. So viel schönes muss geteilt sein. Auch das ist schließlich Permakultur!Aus „gehortelten“ Steinen ist nun auch endlich eine Steinpyramide entstanden. Sie steht symbolisch für die Hortusbewegung. Auch finden in ihr Insekten und Eidechsen Unterschlupf. Die sich aufwärmenden Stein speichern die Wärme des Tages. Auch im Winter gibt es hier ein kuschliges Plätzchen. Unser grünes Paradies im August. Alles wächst prächtig. Und das ganz ohne zu gießen! Guter Boden kann das Regenwasser halten. Der Mulch unterstützt zusätzlich. Besucher zeigen sich sehr interessiert und lauschen aufmerksam dem Regelkreis der Permakultur. Eigenes Getreide. Das hat gut geklappt. Diese freidreschbare Sorte Weizen ermöglicht uns selber Brot aus eigenem Korn zu backen.

Als Windschutz und zur ökologischen Aufwertung erfolgt am Hauptweg die Anlage einer Wildobsthecke. Hasel, Kornellkirsche, Schlehe, Holunder und Felsenbirne säumen nun die Nord-Süd-Achse. Da läuft einem doch schon das Wasser im Mund zusammen.

Daneben legen wir ein Beet mit heimischen Wildstauden an. Sie dienen als Insektenweide. Ein eingebuddelter Maurerkübel dient als Wasserstelle für Vögel, Insekten und Kleinsäuger. Wichtig ist es, hier eine Ausstiegshilfe einzubauen. Niemand soll im Paradies ersaufen.

Eine kleine Trockenmauer aus gesammeltem Sandstein grenzt nun das Arzneikräuterbeet ab. Wir planen die Anlage der Einzelbeete zum besseren Verständnis mähen wir die Wege.

Es folgt eine Mulchschicht aus altem Stroh. Nun lässt sich erkennen was entstehen soll. In die Mitte pflanzen wir eine Eberesche der essbaren Sorte.

Und wieder Mulch. Diesmal von einer gefällten Weide. Wir holen die Hackschnitzel beim Besitzer ab, er überlässt sie uns kostenlos, freut sich, dass sein Garten wieder, die für ihn wichtige Ordnung hat. Wir freuen uns über diese wunderbar strukturreiche Humusgrundlage und verteilen es fleißig an mehreren Stellen.

Die Einfriedung am ersten Beet im Arzneikräutergarten ist begonnen worden. Hier ziehen bald die Kräuter aus dem alten Kräuterbeet ein. Bis dahin wird die Umgebung noch hergerichtet. Den Zaun gestalten wir zum Teil aus Astschnitt. Das Wiederverwenden von vermeintlichen Abfällen stellt eine der Kernsäulen unseres Grundgedankens dar.

Die restlichen Beete schaffen wir nicht mehr zu bestellen. Zur Vernichtung des Rasens wird wieder auf Pappe zurückgegriffen. Die Pflastersteine fanden wir am Hof. Sie sollen später zur Beetbegrenzung dienen.

Nun muss erst einmal der Knoblauch aus der Erde.

Auch die Tomaten schmecken uns gut.

So eine Wonne! Die Pflanzen haben nicht eine einzige Gießkanne gesehen. Das hat sie tiefe Wurzeln ausbilden lassen, die jeder Trockenheit trotzen. Ansehnliche Früchte sind nun gewachsen.

Für unsere Beete im Arzneikräutergarten wird nun Erde benötigt. Des Einen Mangel ist des Anderen Überschuss. Da wir eh noch die Anlage eines Teiches planen wird der hier gewonnene Aushub gleich auf die Beete verteilt. Je tiefer wir Graben umso lehmiger wird der Boden. Die Verdichtung nimmt zu und nun muss immer öfter zur Hacke gegriffen werden.

Diesen Teil des Gärtnerns mögen unsere Wurzelkinder natürlich am liebsten. Möhren satt hieß es hier. Das Tomatenbeet ist da schon abgeräumt und für den Winter eingemulcht. Auch das Laub wird wieder auf den Beeten verteilt. Links im Bild steht Chicoree. Seine Wurzel kommt im Winter ins Dunkle und darf dort den berühmten Salat treiben.

Vom Eifer gepackt sehnen sich die Kinder nach einer eigenen Parzelle. jeder bekommt fünf Quadratmeter. In den Resten des Gartenhandels gibt es noch ein paar ausrangierte Zwerggehölze. Wie passend dachten wir.

So ruht der Hortus nun den Winter über unterm Mulch. Wir sind gespannt was das neue Jahr bringt. Es steht wieder Nachwuchs ins Haus. Die Kräfte müssen da neu verteilt werden. Fürs erste nun soll es das aber gewesen sein.