So ein Winter ist lang und vermeintlich frei von Arbeit. Dass das bei uns anders ist, hätte uns eigentlich klar sein müssen. Unsere Vorfahren verbrachten die Wintertage mit Heimarbeit und arbeiteten die Dinge auf, die im Laufe des Jahres liegen geblieben waren. Solcherlei Treiben widmeten wir uns auch. Da unser letzter Beitrag nun schon fast ein Vierteljahr her ist, gibt es nachvollziehbarerweise auch eine Menge zu erzählen:

Unser Garten, schneebedeckt, wartet auf den Kuss des Frühlings.

Ende November/Anfang Dezember bescherten uns zwei Wochen Urlaub ein wenig Zeit zum Durchatmen, bevor es an die Sanierung der maroden Elektrik in der Küche ging. Ein Familienbetrieb aus dem Nachbarort kümmerte sich um Planung und Durchführung. Nachdem die Küche geräumt und die Schlitze für die neuen Leitungen gezogen waren ging es schon bald an das Verspachteln der selben. Mit der Renovierung der Küche (Tapete, Laminat und Küchenbau) gingen wir in die Weihnachtszeit. Dass wir uns eine Küche selber bauen verstand sich von selbst, ebenso wie die Tatsache, dass wir noch nicht fertig sind. Den letzten Schliff schieben wir ein wenig vor uns her, auch ist das Klima in der Werkstatt aufgrund des Wetters gerade nicht sehr motivierend.  Doch daran stört sich nur, wer oberflächlich allein vom Ende her denkt.

Ein Unterschrank in spe wird zusammengezimmert. Mit Holz zu arbeiten ist eine dankbare und schöne Tätigkeit.

Wir nutzen unsere Provisorien gern und merken, dass wir unsere Kartons voll Küchenutensilien nun schon seit zwei Monaten nicht vermisst haben. Ein guter Impuls zur Reduktion auf das Notwendige. Mit der neuen Küche ging unsere alte Spülmaschine und wird nun durch unsere Hände ersetzt. Mit dem großen DOMSJÖ Spülbecken von IKEA ist das eine wahre Freude. Auch der Kaffeevollautomat wich der Handmühle. Auf unserem neuen Holzbackofen blubbert nun ein alter Wasserkessel, frisch aufgegossen ist der geschmackliche Unterschied marginal, der ästhetische aber gewaltig. So schmeckt zu Hause. Der Komfort des „Einen-Knopf-drücken-und-der-Kaffee-ist-fertig“ wird durch die Kosten (Arbeitszeit) und die Zeit für die aufwendige Reinigung ja eigentlich ad absurdum geführt. In so einer schönen Küche ist man gerne bereit ein wenig mehr Zeit zu verbringen. Noch dazu kann man nun wunderbar dem Feuerspiel zusehen und bei guter Musik und einem Gläschen den Abend genießen.

Ach ja. Unser Alltag ist ihre Kindheit. Ein Stück dessen nachholen, was einem selbst gefehlt hat. Hier lässt sich gut lungern.

Unsere interne Wunschliste rattert ja immer mit und wenn wir zufällig auf Angebote stoßen unseren Tierbestand in die vorgestellte Richtung zu erweitern, nehmen wir das dankbar an. So kamen wir zunächst an vier Pommerngänse, die nun beherzt über den Hof schreiten und baden und die Sonne genießen. Sie sollen den Zuchtstamm für kommende Weihnachtsbraten liefern. Optisch und akustisch sind sie ein echter Gewinn, anmutige und liebe Tiere, die wirken, als waren sie schon immer hier.

„Wenn keiner guckt, spring ich auch rein!“ Unsere Wassersportler sind ein optischer Gewinn!

Seit ein paar Tagen nun gurren auch Täubchen bei uns. Mit 3 Pärchen „Altdeutscher Mövchen“ zog eine, für diese Gegend, seltene und ruhige Taubenrasse ein. Wie im Märchen sitzen sie in ihrem Türmchen. Bis sie ein bis zwei Bruten hinter sich haben müssen sie zur Gewöhnung drinnen bleiben, dann dürfen sie tagsüber über den Hof fliegen und die Flügel ganz weit ausspannen.

Der Hof wird nun rund um die Uhr von Geflügel bewacht!

Benno und Agnes sind Anfang des Jahres Eltern geworden. Zwei wunderschöne Bocklämmer hüpfen nun beherzt mit ihnen durch das Stroh. Leider können wir aufgrund dessen, dass es sich um Jungs handelt keins davon behalten. Eine weitere Nutztiererfahrung steht uns also bevor. Bis dahin aber erhalten sie alles, was sie brauchen. Dafür sorgt schon ihre gute Mutter. Unser Schäfer riet uns Benno zu kastrieren, da er doch allzu stürmisch ist und besonders auch gegen Menschen geht. Er war wohl ein Flaschenlamm und nimmt uns als Teil seiner zu dominierenden Herde wahr. Dass das richtig gefährlich werden kann durften wir schon ein paar Mal erleben, mit seinem Gewicht und den Hörnern hat er Bärenkräfte.  Wenn es sich nach der Kastration nicht bessern sollte, müssen wir auch hier eine Entscheidung treffen. Unsere Gesundheit geht vor, gerade mit kleinen Kindern.

Mäh!

Die ersten Küken unserer Bielefelder Kennhühner sind auch schon geschlüpft. Eine zweite Brut soll in ein paar Wochen folgen. Die großen Hühner legen auch schon wieder fleißig Eier. Es geht ja schließlich straff auf Ostern zu!

Zum Selbstversorgungskonzept gehört auch die Nutzung von Tieren als Fleischlieferanten. Drei unserer Kaninchen haben wir geschlachtet und zubereitet. Der Geschmack des frischen Fleisches war unvergleichlich. Sie hatten ein gutes Leben bei uns, frisches Grün und Sonnenschein und sind gegen Discounterfleisch eigentlich alternativlos. Wer hier gern weggucken möchte, dem raten wir den eigenen Konsum einmal zu hinterfragen.

Kaninchenkeule mit eigenen Kartoffeln und selbsgemachtem Rotkohl – ein Gedicht!

Ein kleiner QEK-Wohnwagen gehört nun auch zu unserem Hof. Er wird uns im Sommer für ein paar Tage an die Ostsee begleiten und den Rest des Jahres als Außenposten dienen. Eventuell können hier auch Gäste übernachten, als kleiner Vorgeschmack auf unsere Ferienwohnung sozusagen.

Unser Tinyhouse auf Rädern.

Gäste sind auch das Stichwort für unsere Mitmachwoche vom 12.-25. März. Wer mag, darf uns in dieser Zeit gern bei freier Kost und Logis besuchen und unterstützen. Unseren Frühlingsaktionstag am 24. März möchten wir euch in jedem Fall ans Herz legen. Nähere Infos findet ihr auf unserer Facebookseite.

Und nun wird es Zeit, dass es wärmer wird. Die Tage des Winters sind gezählt und die Samentütchen stehen schon in den Startlöchern!

Euch eine gute Zeit!

Eure Grünlinger


6 Kommentare

Anja W. · 25. Februar 2018 um 18:14

Ein sehr schöner Beitrag. Toll geschrieben!

    christian · 25. Februar 2018 um 18:15

    Vielen Dank!

Anke und Steffen · 25. Februar 2018 um 20:12

Wir sind so froh, dass ihr uns mit euren Ideen ansteckt …… Brot backen und wir liebebn unser Eierabo bei euch.

    christian · 25. Februar 2018 um 20:20

    da sind wir gerne infektiös 😀
    danke!

Martina · 26. Februar 2018 um 8:32

Oh wie toll, ich glaube wir müssen auch mal bei euch vorbeikommen. So einen Ofen hätte ich auch gerne in der Küche! Ganz liebe Grüße

    christian · 26. Februar 2018 um 8:33

    jederzeit gern!

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